Trainingsprogramm nach Lauth & Schlottke

Das Therapiekonzept:

Aufmerksamkeit ist eine komplexe Fähigkeit, die sich aus mehreren Einzelschritten zusammensetzt. Die Fertigkeiten, die zu dieser Fähigkeit gehören sind erlernbar.

Eine medikamentöse Behandlung kann sehr sinnvoll sein, zeigt aber nur innerhalb der Einnahmezeit eine positive Wirkung, indem sie die akute Symptomatik lindert. Eine langfristige positive Verhaltensänderung kann nicht nachgewiesen werden.

Aus diesem Grund ist eine Ergänzung der medikamentösen Behandlung durch eine verhaltenstherapeutische Intervention unerlässlich.

Das Trainingsprogramm nach LAUTH / SCHLOTTKE soll die Kompetenzen der Kinder verbessern und ihnen helfen, Anforderungen altersgemäß zu bewältigen. Insgesamt wird eine Entwicklungsförderung und eine, im Rahmen der Gesamtpersönlichkeit, verbesserte Selbstwahrnehmung angestrebt.

Die Therapieziele:

  1. Handlungsrelevantes Wissen über Aufmerksamkeitsstörungen zu vermitteln.
  2. Grundlegende Basisfertigkeiten (genau hinhören, genau hinschauen und Wahrgenommenes genau wiedergeben) einzuüben.
  3. Warten und Überprüfen einzuüben und die Reaktionskontrolle zu verbessern.
  4. Eine Steuerung des Aufmerksamkeitsverhaltens durch Selbstanweisungen zu erreichen.
  5. Handlungsplanung durch klare Zielvorstellungen und eine vorherige Aufgaben- und Problemanalyse zu fördern.
  6. Selbstanweisungen und Strategien zu vermitteln, die helfen mit Ablenkungen, Fehlern und Frustrationen besser umzugehen.

Der Ablauf des Trainings:

Das Training findet regelmäßig einmal wöchentlich mit 4 Kindern unter Anleitung von zwei Ergotherapeutinnen statt. Insgesamt erstreckt sich das Training über einen Zeitraum von ca. 10 Monaten und ist in zwei aufeinander aufbauende Blöcke gegliedert. Während das Basistraining Grundlagen der Aufmerksamkeit vermittelt, steht beim Strategietraining der Erwerb höherer Fähigkeiten zur Handlungsplanung und
–organisation im Vordergrund. Entscheidend für die erfolgreiche Übertragung der neuerworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in den Alltag ist die aktive Mitarbeit des gesamten Umfeldes des Kindes (Eltern, Lehrer, Erzieher  etc.). Die regelmäßige Teilnahme der Kinder am Training sowie die Elternmitarbeit (Teilnahme an zwei Elterninfos/Gespräch) sind grundlegend für den Therapieerfolg.

Das Training ist für Kinder geeignet, bei denen nach ausführlicher Diagnostik durch eine(n) Arzt/Ärztin oder Psychologe/in ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) festgestellt wurde.

Erfolge, die mit dem Trainingsprogramm erzielt werden können:

In der Ergotherapie nutzen wir dieses erfolgreich erprobte verhaltenstherapeutische Konzept.